kleines Stoff-Wiki

Batist

Als Batist (französisch) wird ein sehr feinfädriger, dicht gewebter leichter Stoff bezeichnet, der vorwiegend aus Baumwolle, teilweise aber auch aus Chemiefaser, Leinen, Seide oder Viskose gewebt sein kann. Einsatz u.a. für Gardinenstoffe.


Benannt wurde er wahrscheinlich nach dem Leinweber Jean Baptiste aus Cambrai, der der Überlieferung nach als erster im 13. Jahrhundert derartige Tuche entwickelte. Anderen Angaben zufolge ist es vom indischen Wort Baftas für weißen Kattun entlehnt worden. Auf englisch heißt der Stoff Cambric, nach Cambrai.

Organza

Leichtes, transparentes und schleierartiges Gewebe, das unter Verwendung sehr feiner Kett- und Schussfäden aus Natur- oder Chemiefasern hergestellt und durch Chemikalien steif ausgerüstet wird. Organza-Gardinen zeichnen sich durch Bauschigkeit, Stand und gute Drapierbarkeit aus. Leichte, edle Knitter sind beabsichtigt und die besondere Charakteristik dieses Gewebes. Zu hartes Appret beeinträchtigt den Fall der Gardine.

Sablé

ein weiches, körniges Voile-Gewebe

Tüll

Als Tüll bezeichnet man ein netzartiges Gewebe. Die netzartige Struktur entsteht, indem man beim Weben je zwei beisammenliegende Kettfäden nach jedem Einschuss verdreht. Dadurch kann der neue Schussfaden  nicht ganz an den vorhergehenden Schussfaden angeschlagen werden, da sich die Kettfäden dazwischen kreuzen. Die Kettfäden können entweder abwechselnd nach rechts und nach links oder immer in dieselbe Richtung gedreht werden.
Tüll wird aus Garnen verschiedener Feinheit gewebt und kommt glatt und einfach oder gestreift, gemustert, in Seide broschiert oder auch auf weißem oder schwarzem Grund mit bunten Blumen gestickt vor.
Da Tüll halbdurchsichtig ist, wird es für Gardinen und Unterwäsche eingesetzt.


Der Begriff Tüll leitet sich von der französischen Stadt/Region Tulle ab, welche im 19. Jh. für derartige Gewebe bekannt war.

Voile:

Als Voile (fr.: Schleier) bezeichnet man einen transparenten, feinfädigen, leinwandbindig gewebten Stoff. Gespinst und Zwirn werden hierbei in die gleiche Richtung gedreht, was einen sehr harten Zwirn ergibt.
Aufgrund seines weichen Faltenfalls wird er hauptsächlich für Gardinen und Dessous eingesetzt. Voile wird meist aus hochgedrehten Polyester-Endlosgarnen oder Baumwolle hergestellt. Teilweise kommen aber auch andere Fasern wie Seide, Viskose oder Mischungen zum Einsatz. Eine Alternative zum Voile ist der etwas gröbere Batist.

Luftspitze/ Ätzspitze / Guipure-Spitze (chem. Spitze)

Der in der Modebranche gebräuchliche Name Guipure-Spitze kommt aus dem französischen: »guiper« bedeutet soviel wie umhüllen und verweist damit auf den Herstellungsprozess.
Das Verfahren der Luftstickerei besteht darin, dass mit zusammenhängenden Stichen auf einen Grundstoff gestickt wird, welcher sich durch Eintauchen in eine geeignete Flüssigkeit auflösen, also wegätzen lässt, sodass nur noch die Stickarbeit erhalten bleibt. Das Ergebnis ähnelt der alten Brüsseler- oder venezianischen Spitze und wird auch als Guipure oder Ätzspitze bezeichnet, d.h. Spitze ohne Grund. 

Sie wurde erstmalig 1883 in St. Gallen/Schweiz gefertigt und auch als Luftstickerei  bezeichnet.

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